Aufzucht von Honigguramis 2007
(Trichogaster chuna)

Für die Lesefaulen hier zunächst einmal eine Kurzübersicht:

Datum Alter Grösse  
21.05.07     Schaumnestbau im 54l-Aquarium bei 26°C
22.05.07     Umsetzen des Nests einschliesslich des Herrn Papas in das 12l-Zwergenbecken mit 28°C
Schlupf der Larven
24.05.07     Zurücksetzen des Herrn Papas ins grossere Aquarium
26.05.07 4 Tage 2 mm Fütterung mit Artemia-Nauplien
31.05.07 10 Tage 3 mm  
04.06.07 14 Tage   Fotosession
10.06.07 3 Wochen   Weitere Fotos
20.06.07 4 Wochen 1 cm Fäden erkennbar
12.07.07 8 Wochen 1,5 cm  
06.08.07 11 Wochen   Noch mehr Fotos
12.08.07 2,5 Monate 2 cm  
17.08.07 3 Monate   Fotos
23.10.07 5 Monate 3 cm Einfärbung des Männchens erkennbar
07.11.07 5,5 Monate 3,5 cm  
20.03.08 10 Monate   Bau des ersten Schaumnests

Und jetzt geht's richtig los, nämlich am...

21.05.2007
Öhm..tja...da bringt man 2 Kinder zu Welt, aber wenn die Fische Nachwuchs planen, ist man hoffnungslos aufgeschmissen.

Also, mein Honiggurami-Männchen hat nu doch beschlossen, eben nicht schwul zu sein und offenbar ein Techtelmechtel mit der Dame des Hauses angefangen.
Das Ergebnis ist ausnahmsweise mal ein nicht ganz so halbherzig gestricktes Schaumnest und, wenn ich das richtig erkennen kann, sind wohl auch Eier drin.
Ist allerdings schwer zu erkennen, weil Mr. Schlauberger genau rund um den Ansauger vom Filter gebaut hat, der auch noch gut verborgen hinter einem Fettblatt, inmitten von Wassernabel und Schwimmfarn liegt.

Die wochenlang schwarzblaue Kehle hat Mr. Gurami gegen ein etwas blasseres Exemplar eingetauscht, Madame trägt seit gestern Abend auch kein Hochzeitskleid mehr, darf sich dem Nest seit gestern aber auch nicht nähern.
Die Male davor, wo der Bauherr eifrig am Bauen war, war es ihm egal, ob sie auf Besuch vorbei kam oder nicht, bzw. zog er es vor, das Weite zu suchen, wenn sie ihm zu nahe trat.

Wenn ich das alles richtig deute, dürfte demnach also Nachwuchs im Anmarsch sein.

Fressfeinde haben wir, glaube ich, nicht im Becken...jedenfalls fällt es mir schwer, die Boraras urophthalmoides als Raubfisch zu betrachten, so dass ich davon ausgehe, dass der mögliche Nachwuchs im Becken bleiben darf?
Wie viel ist denn da üblicherweise zu erwarten?

Und nu?
Wie füttern wir sie...ich meine, wenn sie geschlüpft sind?
Müssen sie extra gefüttert werden oder finden sie auch so irgendwas mikroskopisch kleines im Becken, was ihnen mundet und sie am Leben hält?

Hach, ist das alles aufregend


21.05.2007
Vorsichtshalber habe ich Mann und künftigen Nachwuchs vorsichtig aus dem Becken geholt und in unser Quarantänebecken gesetzt, zusammen mit etwas Riccia und ein paar Schwimmpflanzen.
Das Männlein ist auch schon wieder eifrig am Bauen und beim Umsetzen konnte ich viele kleine schwarze Pünktchen sehen.
Temperatur liegt bei 28°C und von einem Bekannten haben wir auch ein Lunchpaket in Form von getrockneter Zuckerrüben für Infusorien bekommen.

Nu bleibt also abwarten, ob sich da was tut.


22.05.2007
Wir haben den Nachwuchs samt Papa noch vor dem Schlüpfen, also gestern, in ein Quarantäne-Becken (12l, mit Heizstab, aber ohne Filter) gesetzt und heute morgen schwammen gaaaanz viele kleine Kommas im Becken!

Auf Anraten des Bekannten haben wir mit dem Messer etwas von der Rübe ins Becken geschrappt und ich bin vorhin erstmal losgezogen und hab alles für das Ansetzen von Artemia-Nauplien besorgt.

Noch konzentriert sich das Gewusel in einer Ecke, gut eingezäunt von Papas Schaumteppich, aber ich schätze mal, wenn sie freier schwimmen, kann der Herr Papa wieder ins "große" Becken zurück.

Mal schauen, ob und wie viel wir durchkriegen. Wäre schön, wenn es uns wenigstens bei einem Pärchen gelingen könnte, denn so richtig in die Zucht einsteigen wollten wir eigentlich auch nicht.


24.05.2007
Der Herr Papa ist wieder ins "große" Becken umgezogen, was erstmal reichlich Gezicke von der Dame des Hauses mit sich zog.
Vielleicht hätte er nicht so reinplatzen sollen, sondern erstmal vorsichtig anklopfen?

Inzwischen hat sie sich aber wieder an seine Anwesenheit gewöhnt und er hat auch schon wieder seine schöne, schwarze Kehle.

Im Aufzuchtbecken wuseln etliche Kommas ganz munter rum, Wasserwechsel ist allerdings extrem schwierig.
Geht immer nur literweise mit genauem Hingucken, ob der ein oder andere sich durch den Schlauch gemogelt hat und der wird dann gleich wieder zurück verfrachtet.
Im Moment rätsel ich noch, woran ich erkenne, was nicht überlebt hat und wie ich es da rausbekomme, ohne, dass sich lebendige darunter mogeln.
Manche stellen sich auch einfach tot, aber wenn ich vorsichtig auf die Wasseroberfläche puste, dann sausen sie wie der Blitz davon.

Es bleibt also spannend.


26.05.2007
Die letzte Zählung hat übrigens 17 flitzende Kommas mit Augen ergeben, die jetzt ca. 2 mm lang sind.
Inzwischen weiß ich auch, wie ich die lebenden von den toten unterscheide.

Und Herr Gurami baut schon wieder...


31.05.2007
Seit 4 Tagen wird morgens und abends mit ein paar Artemia-Nauplien gefüttert, dazwischen eine kleine Prise Staubfutter, und die Zwerge wachsen und gedeihen.
Inzwischen sind sie 9 Tage alt und ca. 3 mm groß, aber immer noch recht durchsichtig und manchmal etwas schwierig zu erkennen.
Wie viel es noch sind, ist schwer zu sagen, da ich ein gutes Knäuel Javamoos und Riccia im Becken habe und diese Biester sich leider weigern, zum Zählappell nach vorn zu kommen.
8 sind es mit Sicherheit, aber ich vermute, dass es etliche mehr sind.
Der Tipp mit der getrockneten Zuckerrübe schien also nicht so verkehrt gewesen zu sein.
Diese habe ich übrigens nur Anfangs reingeschrappt, später dann, ebenfalls ein Tipp des Züchters, einfach nur für 20 Sek. ins Wasser gehalten.
Schien offenbar auch kein Fehler gewesen zu sein

Wasserwechsel gestalten sich arg schwierig, weil sich immer einer mit in den Schlauch mogelt, daher führe ich ihn z.Zt. nur jeden 2. Tag durch.
Scheint aber zu reichen, die Werte sind ok, das Wasser ist auch ohne Filter kristallklar.
Die anfänglichen Kahmhaut hat sich zurückgebildet, wobei ich keinen Schimmer habe, wieso. Es gibt ja kaum Wasserbewegung, außer, ich rühre die Suppe gelegentlich mal um.

Ich freue mich auf jeden Fall, dass offenbar etliche durchzukommen scheinen und hoffe, dass wir sie alle durchbringen können.

Ich wurde gefragt, wieso die Rübe ausgerechnet 20 Sekunden ins Wasser gehalten werden muss, aber das hatte ich mir auch mehr oder weniger so zusammen"gereimt" (aber nicht im Sinne von erfunden!), im O-Ton des Züchters hiess es eigentlich "langsam bis 20 zählen"

Das Problem war ja, dass wir gar keine Zeit hatten, die Pantoffeln anzusetzen, sondern ich ja sofort was füttern musste.
Und bis die Pantoffeln dann womöglich soweit gewesen wären, wären die Zwerge schon fast für Nauplien groß genug gewesen.
Wenn man gezielt züchten will, macht es sicher Sinn, früh genug Pantöffelchen anzusetzen, aber bei uns war's ja eher ein Zufallstreffer, da wir den Herrn des Beckens ja bis dato für schwul hielten

Beim Reinhalten der Rübe konnte man übrigens gut sehen, wie sich kleinste Partikel davon lösten, möglich, dass das schon gereicht hat.
Inzwischen hat sie aber ausgedient und darf weiter vor sich hin trocken. Seitdem die Zwerge die Nauplien bekommen, brauche ich sie erstmal nicht mehr.

Allerdings will ich auch nicht ausschließen, dass sich vielleicht durch das alte Javamoos, was beim Gärtnern in einem anderen Becken abgefallen ist und das ich noch mit ins Becken geschmissen habe, auch das ein oder andere Pantöffelchen mit reingemogelt hat und die Zwerge ihre Mahlzeiten daher bekamen und nicht von der Rübe.
Oder vielleicht war's auch eine Kombination aus beiden?

Ich tendiere aber eigentlich doch eher zur Rübe, denn das Javamoos kam erst am 3. Tag mit rein und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die Lütten 3 Tage ohne Futter überlebt hätten.


04.06.2007
ich habe heute mal versucht, diese kleinen Kröten vor die Linse zu bekommen, aber als ob sie es geahnt hätten...immer, wenn ich abdrücken wollte, haben sie sich fix verdrückt.
Von der Seite photographieren geht nicht, dazu sind sie noch zu durchsichtig, und von oben ist irgendwie immer das Javamoos oder Riccia im Weg.
Aber einer konnte mir nicht entwischen und hier ist er nu:

Etwas unscharf, der Zappelphilip konnte ja nicht still halten, aber zumindest ansatzweise erkennbar.

Die letzte Zählung hat 9 Tiere sicher ergeben, was sich noch im Moos versteckt hat...keine Ahnung.
Alle sind etwas gleich groß und munter.


05.06.2007
Neuester Stand der Dinge:
Letzte Zählung vorhin, gleich nach dem Wasserwechsel, hat 11 ergeben.


10.06.2007

Artemia-Nauplien werden nach wie vor gut genommen und trotz nichtvorhandenem Filter sind die Wasserwerte ok, das Wasser ist sogar relativ klar.


20.06.2007
Jetzt, im zarten Alter von 1 Monat zeigen sich bei den ersten Winzlingen deutlich die Fäden.
Die Größenunterschiede bei den Fischen sind teilweise heftig. Die größten sind jetzt ca. 1 cm groß, die kleinsten knapp die Hälfte. Bei allen deutlich sichtbar ist ein dunklerer Mittelstreifen, den wohl alle Jungtiere ab einem gewissen Alter zu haben scheinen bis sie alt genug für die geschlechtsspezifische Einfärbung haben.
Alle soeben gezählten 10 sind gesund und munter und stürzen sich mit Begeisterung auf das angebotene Futter.
2x tägl. gibt's Artemia-Nauplien und zwischendurch eine Prise Cyclop-Eeze, was offenbar der größere Leckerbissen zu sein scheint, denn darauf stürzen sich alle ganz wild und kommen sogar aus den diversen Verstecken im Javamoos geflitzt.

Aber wir haben inzwischen auch schon wieder neuen Nachwuchs.
Seit gestern schwimmen im Gesellschaftsbecken etliche kleine Kommas, die wir diesmal aber drin lassen, da wir nicht in die Zucht gehen wollen und nicht in die Verlegenheit kommen möchten, ständig darüber zu grübeln, wem wir noch alles Honigguramis andrehen könnten.
Was durchkommt, kommt durch und was nicht, hat halt Pech gehabt.
Aber der Herr Papa passt noch sehr gut auf seine Brut auf und attackiert sogar die Zuckerrübe, die ich für die Erstversorgung regelmäßig ins Becken halte.


22.06.2007
Beim Gärtnern im Gesellschaftsbecken habe ich heute wieder ein paar der ganz kleinen Kommas gesichtet
Sie werden immer noch von Herrn Papa eifrigst bewacht, putzigerweise mit Unterstützung der Mama.
Sie wird zwar vom Hausherrn auch weggejagt, wenn sie sich zu dicht an die Kinderstube wagt, hilft ihm andererseits aber auch dabei, dass keiner der anderen Mitbewohner widerrechtlich dort eindringt

Mal gucken, ob da auf Dauer überhaupt welche durchkommen.
Ich hab etwas von dem gammeligen Javamoos reingesetzt, was ich vorher im Aufzuchtbecken hatte und offenbar verstecken sich die Zwerge dort.
Wie auch schon im Aufzuchtbecken kommt im Gesellschaftsbecken ebenfalls die Zuckerrübe zum Einsatz, natürlich mitten in der Kinderstube.
Da nach 5 Tagen immer noch Kommas im Becken schwimmen, scheint ihnen entweder die Rübe zu reichen oder sie finden noch Infusorien im Javamoos oder haben eine andere Nahrungsquelle entdeckt.

Am Wochenende müssen wir den längst überfälligen Wasserwechsel machen.
Letztes Wochenende haben wir's ausfallen lassen, weil die Lütten ja gerade frisch geschlüpft waren, aber diese Woche kommen wir nicht drum herum.
Dürfte eine spannende Angelegenheit werden...und eine langwierige, fürchte ich, da wir beschlossen haben, das Wasser durch ein Artemia-Sieb zu filtern, damit kein Komma versehentlich das Klo runterwandert.
Für einen Kescher oder Strumpf sind die noch zu klein.


24.06.2007
Heute habe ich mal wieder etwas dazu gelernt: Honigguramis mögen keine Wasserwechsel, wenn sie eine Kinderstube bewachen.

Nachdem wir letzte Woche wegen der neuen Kommas auf einen Wasserwechsel verzichtet hatten, war er dieses Wochenende fällig und damit den Lütten nix passiert, habe ich über den Schlauch ein Stück Filterwatte gestülpt.
Hat geklappt, keiner der Kommas ist im Eimer gelandet.

Aber seitdem das frische Wasser drin ist, tickert Herr Papa völlig aus.
Einem Boraras urophthalmoides fehlt die komplette Schwanzflosse, vor dem Wasserwechsel waren noch alle unversehrt *seufz*

Tja, und nu steh ich vor der Wahl, entweder auf Wasserwechsel zu verzichten solange der Herr Papa auf die Brut aufpasst oder den ein oder anderen lädierten Fisch in Kauf zu nehmen...beides Möglichkeiten, die mir nicht sonderlich gefallen.
Ich könnte natürlich auch dafür sorgen, dass gar kein Nachwuchs mehr hochkommt.


25.06.2007
Ich kann eine Korrektur der Zwergenanzahl im Aufzuchtbecken vermerken

Gestern habe ich den Ableger einer Echinodorus in einem Töpfchen ins Zwergenbecken gesetzt, weil er im 54l-Becken zu viel Platz wegnahm und das Zwergenbecken so kahl aussieht.

Die Zwerge fanden den wohl total spannend und haben ihn sich genauer angucken müssen und bei der Gelegenheit kamen sie alle aus ihren Verstecken im Javamoos vor.
Wenn es wirklich ALLE waren, dann schwimmen 13 (!) von den Zwergen im Becken.


25.06.2007
Die Zwerge in unserem Aufzuchtbecken machen sich prächtig, einer ist dabei, der offenbar ganz nach der Frau Mama kommt...die kommt auch immer eilig nach vorn geschwommen, wenn sich einer von uns am AQ blicken lässt

Im Gesellschaftsbecken kann ich leider nicht überprüfen, wie viel noch leben und ob die überhaupt genug Futter bekommen.
Heute haben wir erstmal die Strömungsrichtung des Filters verändert, weil ich festgestellt habe, dass die Ecke, die der Herr Papa für die Kinderstube auserwählt hat, nur scheinbar ruhig ist.
Alles eingebrachte Futter wurde aber ratzfatz nach vorn geschubst, sehr zur Freude der anderen Mitbewohner, die sich über die unerwarteten Zwischenmahlzeiten sehr gefreut haben.

Ich hoffe, jetzt mit der geänderten Richtung haben die Zwerge, die drin sind, eine Chance, sich die Bäuche voll zu hauen.
Fressfeinde gibt's offenbar nicht und selbst wenn, hätten sie kaum eine Chance, auch nur in die Nähe der Kleinen zu kommen, da der Herr Papa sehr rabiat seine Sprösslinge verteidigt.
Leider sind die Uros trotzdem blöd genug, sich überwiegend auf der Seite aufzuhalten, auf der auch das Schaumnest war. was der eine ja schon mit dem Verlust seiner Schwanzflosse büßen musste.

Allerdings sind sie unten und die Guramis sind oben und daher scheint ihnen wohl zumindest aus dieser Ecke keine Gefahr zu drohen.
Die größere Gefahr scheint mir im Moment im Verhungern zu liegen.


26.06.2007
Übrigens hat das Javamoos nicht nur die Funktion, ein paar Infusorien abzuwerfen, sondern dient auch als Versteck für die Zwerge.

Ich habe gerade in unserem Gesellschaftsbecken 3 Zwerge im Javamoos entdeckt.
Dort sind sie sicher vor Strömung und möglichen Mitbewohnern, die sie vielleicht zum Fressen gern haben könnten und Futter, was ich direkt ins Javamoos gebe, hat eher die Chance, von ihnen auch erreicht zu werden, bevor die anderen sich bedienen.

Für mich ist es ja auch noch eine ziemlich neue Erfahrung, aber überall, wo ich etwas über die Aufzucht von Jungfischen gelesen habe, speziell auch von Fadenfischen, habe ich auch gelesen, dass Lebendfutter ziemlich wichtig um gesunde Tiere zu erhalten.
Daher habe ich Staubfutter auch nur sehr sparsam gefüttert (eine Messerspitze von einem spitzen Küchenmesser) und ansonsten schwerpunktmäßig Artemia-Nauplien.
Ein wahres Wundermittel als Aufzuchtfutter soll ja auch Cyclop-Eeze sein und inzwischen bekommen sie ab und zu auch mal das.
Im Gesellschaftsbecken füttere ich das sowieso regelmäßig und da fällt dann für die Zwerge dort auch der ein oder andere Krümel ab, hoffe ich.

Gerade hatten wir mal wieder 'ne kleine Fotosession und auf einem der Ergebnisse kann man sehr gut die kleinen Fäden erkennen...


12.07.2007
Heute gab's mal wieder eine Foto-Session.

Seit gestern leben die Zwerge auch nicht mehr in der kahlen Behausung, sondern haben etwas Kies und ein paar Pflanzen bekommen, da sie es dort noch einige Wochen aushalten müssen, bis unser 63er Becken frei wird und sie dorthin umziehen können.


Im Moment sind sie ca. 1cm groß und bei der letzten Zählung waren es leider nur noch 7
Bis auf 1 sind alle inzwischen etwa gleich groß, ich schätze mal, die Schwächeren haben's nicht geschafft.
Zu Futtern gibt's abwechselnd Artemia-Nauplien, JBL Novo-Tom und Cyclop-Eeze, was alles sehr gut angenommen wird.
Putzigerweise sind alles Bodenfresser, kaum einer holt sich das Futter von der Oberfläche.

 


16.07.2007
Unsere Honeys laichen mit allerschönster Regelmäßigkeit so ziemlich genau alle 4 Wochen ab und heute habe ich einen Teil des neuen Nachwuchses, der heute das erste Mal freischwamm, in unser Zwergenbecken umgesetzt.
Vom letzten Nachwuchs im Gesellschaftsbecken ist nichts durchgekommen, mal sehen, ob die neuen eine bessere Chance im Zwergenbecken haben oder ob ihre älteren Geschwister sie auch zum Fressen gern haben.


05.08.2007
Von den kürzlich dazugesetzten neuen Zwergen hatte es übrigens keiner geschafft.
Offenbar sind die kleinen Erstgeborenen genauso verfressen wie ihre Eltern.

Neuester Stand der Dinge sind übrigens 4, die vom ersten Schwung übrig geblieben sind, 2 grosse und 2 etwas kleinere.
Blöderweise sehen alle mehr oder weniger gleich aus, daher kann man Geschlechterunterschiede nicht erkennen...oder genauer gesagt kann ICH Geschlechterunterschiede nicht erkennen.
Alle haben einen schwarzen Streifen in der Mitte, wobei der bei einem der größeren Exemplare leicht verwaschen aussieht, bei den anderen 3 klar abgegrenzt ist.

Beim Füttern gibt's gelegentlich Rumgezicke, ansonsten schwimmt man sich eher aus dem Weg.
Noch geht das platzmäßig auch, aber ich fürchte, ihre Tage in der 12l-Pfütze sind gezählt.

Gerade beim Gärtnern im Zwergenbecken habe ich festgestellt, dass ich die Zahl der Überlebenden nach oben korrigieren darf:
Ich habe 5 gezählt!



06.08.2007
Die heutige Foto-Session war schlichtweg 'ne Katastrophe, die Biester wollten einfach nicht still halten und dementsprechend mies sind die Fotos auch geworden.
Immer, wenn man denkt "JETZT hab ich sie!", weil sie gerade mal so hübsch standen, haben sie mir 'ne lange Nase gezeigt.

Von den wirklich Duzenden von Bildern, die ich geschossen habe, sind lediglich 2, die ich als geringere Übel bezeichnen würde und ein bisschen etwas kann man darauf auch erkennen.



12.08.2007
Bei unseren Rasbora dorsiocellata herrscht helle Aufregung...da schwimmt jemand in ihrem Bereich, ist genauso groß wie sie, sieht aber irgendwie anders aus und die Herrschaften wirken etwas ratlos..."Gehört der nu zur Familie oder nicht? Sollen wir mal mitschwimmen? Oder ist das was Unheimliches?"
Man ist noch etwas unentschlossen und schwimm mal ein kurzes Stück mit, mal versucht man Deckung im Sand zu finden.

Seit heute nämlich schwimmen 2 unserer ehemaligen Kommas mit im 63er, alldieweil es im 12l-Aufzuchtbecken inzwischen für 5 Honigguramis etwas eng wurde.
Daher habe ich die 2 größten raus gefangen (woher wissen die Biester eigentliche, welche Funktion so'n Kescher hat?), ins größere Becken gesetzt und anschließend die Komplettausräumung des 12er wieder rückgängig gemacht.
Vor dem Kescher sind alle urplötzlich verschwunden gewesen, aber meine Hand wurde interessiert betastet.

Einer von den beiden Zwergen im 63er hat sich erstmal in der Welshöhle verkrümelt, der andere hat sich mächtig aufgeplustert und erkundet nun mit aufgestellten Flossen seine neue Umgebung.
Die beiden Neuankömmlinge dürften jetzt so etwa 2 - 2,5 cm groß sein, das Geschlecht ist leider noch nicht erkennbar.
Wenn ich mir aber die Eltern so ansehe, dann liegt der Verdacht nahe, dass der Schisser vielleicht das Männchen sein könnte, während das Fischlein, das neugierig die Umgebung erkundet, sicher ein Weib ist.


15.08.07
Mal'n kurzer Zwischenbericht über das Einleben der Zwerge im Gesellschaftsbecken Wink

Inzwischen ist "man" überall unterwegs, die Irritationen seitens der Rasboras hat sich gelegt und die Zwerge gurken auch nicht mehr in voller Rüstung durch's Gelände.

Beide sind übrigens gut voneinander zu unterscheiden:
Der eine hat einen sehr kräftigen, schwarzen Mittelstrich, bei dem anderen ist er eher verwaschen.
Bei den 3 im Zwergenbecken verbliebenen sieht's ähnlich aus: 2 mit verwaschenem Strich, 1 mit kräftigem.

Leider habe ich keine Ahnung, ob das irgendwelche Rückschlüsse auf das Geschlecht zulässt und wenn ja, welche?


16.08.07
Heute hatte ich Rücksprache bei 2 Züchtern gehalten, die meinten, dass die stärkere Einfärbung keinen Rückschluss auf das Geschlecht zuliessen (dazu wären die Zwerge noch zu jung, um ein Geschlecht festzustellen), sondern eher mit Dominanzfärbung zu tun haben.
Macht auch Sinn, wenn ich mir die Zwerge im 12er-AQ so angucke:
1 mit kräftigem Mittelstrich, 2 mit verwaschenem und im 63er ist es 50:50.

Ich werd das mal weiter im Auge behalten und hoffe, irgendwann mal einen Blick auf eine zartgelb eingefärbte Rückenfloss erhaschen zu können, wenn die Zwerge noch etwas grösser sind.


17.08.07
Endlich hat's mal wieder mit einer Foto-Session geklappt und ta-taaaaa...darf ich vorstellen?

Im Gesellschaftsbecken ist es gar nicht so einfach, gezielt zu füttern, aber gelegentlich halten sich beide in der Amazonas auf und wenn ich das sehe, gibt's gleich ein paar Krümel Staubfutter extra.
Ansonsten sind sie frech genug, sich bei den üblichen Futterzeiten nix aus dem Maul klauen zu lassen.

Wenn ich's nicht gerade selbst gesehen hätte und rechtzeitig auf den Knopf gedrückt hätte, dann würde ich es nicht glauben...aber einer unserer Zwerge scheint Vegetarier zu sein!

Die Otos haben ihn jedenfalls nicht dabei gestört, sich ebenfalls hinlänglich zu bedienen.


04.10.07
Die drei anderen Kleinen sind in unser 576er gezogen, wachsen (wenn auch sehr langsam) und gedeihen wie die beiden im 63er.
Futtern tun sie alles, was ins Maul passt, inzwischen auch mal rote Mückenlarven oder, so wie heute, Daphnien.
Ein Geschlecht ist immer noch nicht erkennbar, von daher tut sich eben auch nichts Neues, was des Schreibens wert wäre.

Zwischenzeitlich hatten wir auch schon wieder neuen Nachwuchs, aber offenbar hatten die ein Problem mit dem Rucksackfilter, der seit kurzem jetzt am Zwergenbecken ist.
Die meisten sind spurlos verschwunden, einen konnte ich heute nachmittag mal kurz sichten.


23.10.07
Es gibt doch mal wieder etwas Neues von den Zwergen!

Nach ziemlich genau 5 Monaten ist bei dem ersten der 5 Zwerge ein Geschlecht eindeutig erkennbar!
Soeben habe ich bei einem der Lütten im 63er einen schwarzen Saum der Bauchflosse entdeckt und somit steht fest, dass wir doch nicht nur Weiber haben, wie ich befürchtete!

Bleibt abzuwarten, wie das bei den restlichen 4 so aussieht, ich hoffe, dass es sich auch da in den nächsten Tagen zeigt, ob noch ein Böckchen dabei ist!


07.11.07
Dieses dürfte jetzt wohl einer der letzten Beiträge zu diesem "Wurf" sein!
Von den 5 überlebenden Zwergen hat sich einer als Bock entpuppt, der jetzt das Vergnügen mit 4 Weibern hat.
Alle 5 sind inzwischen im 576er, der Bock ist voll ausgefärbt und alle sind fast so gross wie die Elterntiere.
Ich schätze mal, Ende des Monats dürften sie die adulte Grösse erreicht haben und wären dann genau ein halbes Jahr alt.

Ob der Bock je die Chance haben wird, im grossen Becken ein Schaumnest zu bauen, wage ich mal zu bezweifeln, da sind doch einige neurgierige Fische unterwegs, die sich von dem Zwerg vermutlich nicht sonderlich beeindrucken lassen.
Aber falls doch, dann werde ich hier Bericht erstatten!


20.03.08
Nun gibt es doch noch einen Nachtrag, denn heute konnte ich nicht nur den einen Bock beim Schaumnestbau ertappen, sondern einen anderen, der sich inzwischen geoutet hatte, auch.
Und weil die Herren auch noch so eifrig bei der Sache waren, haben sich die Damen nicht lange bitten lassen, daher hatte ich das Glück, ein Pärchen beobachten zu können, wie es den Hochzeitswalzer tanzte...

Ein Teil des allerersten Wurfs ist inzwischen ausgezogen, ein Pärchen allerdings ist jetzt im 112er, und wie es da weitergeht, kann hier nachgelesen werden.