Das 160er

(1. Einrichtung: 29.11.2006)


Stand: 13.10.2008

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Das Verhängnis nahm seinen Lauf im Frühjahr 2006.
Mein Sohn, damals noch 11 Jahre alt, hatte sich in den Kopf gesetzt, unbedingt ein Aquarium haben zu wollen, was von uns natürlich erstmal als die Art temporärer Wunsch abgetan wurde, wie ihn Kinder in dem Alter meistens haben wollen.
Wir haben 3 Katzen, an obligatorisch notwendigen Tieren für Kinder in dem Alter schien mir das ausreichend, mit Fischen hatten wir Erwachsenen überhaupt nichts am Hut.
Aber wir hörten uns das eine Weile an, ermunterten den Junior, sich eingehend mit der Materie zu beschäftigen und sich darauf gefasst zu machen, mit der feuchten Pfütze letztlich allein darstehen.

Nachdem sein Wunsch aber auch im Herbst unverändert anhielt, er inzwischen reichlich gelesen hatte und ständig mit seinem besten Kumpel, seines Zeichens auch Aquarienbesitzer, und dessen Onkel zusammengluckte, hatten wir ein Einsehen und konnten ihm dann zum seinem Geburtstag im November ganz stolz ein Aquarium einpacken.

Dieses bestand aus:

160l-Aquarium mit einer sehr gewagten "Abdeckung" in den Maßen 100 x 40 x 40
Heizstab von Jäger
JBL Crystal Profi 250
2 ominöse Leuchtstoffröhren
Lochgestein
1 Wurzel

Zum Geburtstag gab's noch etwas Geld von Oma, Opa und anderen Leuten und zusammen mit dem, was angespart war, ging Junior los, das nötige Equipement einzukaufen.

Und das kam dann dabei heraus:

Na gut, die Geschmäcker sind verschieden, in dem Fall unterschied sich der Geschmack meines Sohnes vom Rest der Familie, aber es war seins!

Es dauerte nicht lange, da zogen die ersten Fische ein...genauer gesagt dauerte es nur 2 Tage.
Uns "Grossen" kam das schon etwas seltsam vor, aber da wir uns, im Gegensatz zum Junior, nicht ernsthaft mit der Materie beschäftigt hatten und auch nicht beschäftigen wollten, haben wir es erstmal so hingenommen, wenn auch mit leicht skeptischen Gedanken im Hinterkopf.

Da schwamm dann nun eine hübsch bunte Fischsuppe: Guppies, Platies, Schwertträger, Mollies, Antennenwelse und Neons...das Übliche halt...und es wurde auch ohne zusätzlichen Kauf immer mehr!

Nach einer Woche starb dann plötzlich ein Fisch!
Und auf einmal waren wir Erwachsenen dann doch gefragt.

Also lasen wir uns ratzfatz in die Materie ein, argwöhnten dann einen Nitritanstieg, der sich auch als sehr heftig zeigte, wechselten Wasser wie die Verrückten und bekamen unerwartete Hilfe in Person eines Züchters hier vor Ort.
Dieser brachte uns erstmal wieder "runter", versorgte uns mit einem eingelaufenen Filter, 30 l Aquarienwasser und vielen guten Ratschlägen.

Weitere Fische starben nicht, sondern kamen im Gegenteil noch dazu.
Die Guppies tobten sich mächtig aus, auf einer Fischbörse sammelte der Junior dann noch fleissig Bitterlingsbarben und Panzerwelse und von seinem Vater bekam er ein Pärchen Mosaikfadenfische geschenkt.

Die Bouillabaise war damit angerührt, es durfte serviert werden!

Dass das alles nicht so passte, merkte Sohnemann dann nach und nach selber, da es ihn zunehmend unruhiger machte, wenn er auch nur in sein Aquarium sah und damit er nicht endgültig die Lust daran verlor, musste gründlich aufgeräumt werden.

So zog alles wieder aus, bis auf 2 Antennenwelse, die Panzerwelse und die Mosaikfadenfische, das Aquarium wurde, da es für den Fischfang sowieso komplett ausgeräumt werden musste, bei der Gelegenheit von Grund auf renoviert, und das war das Ergebnis:

Inzwischen wussten wir, dass Corydoras lieber Sand als Kies mögen und hatten ihnen daher eine Sandecke eingerichtet.
Und weil die Abdeckung, die seinerzeit beim Kauf dabei war, auch nicht das Nonplusultra war, wurde sie durch eine Aqualux-Abdeckung ersetzt, mit 2x 30W T8-Röhren (Aquaglow und Sunglow).

Durch das radikale Ausräumen der ganzen Lebendgebärendenarten und der Barben, war nun wieder Platz im Aquarium, was natürlich umgehend geändert wurde.
Leider mussten wir uns im Laufe der Zeit auch von den Mosaikfadenfischen verabschieden, die vermutlich durch die ganze Hektik, die vorher im Aquarium war, einen Schlag wegbekommen haben, von dem sie sich nie wieder ganz erholten.

Zwischenzeitlich war dann folgender Besatz drin:
7 Corydoras aeneus Venezuela
8 Corydoras panda
6 Parotocinclus "Jumbo" (LDA25)
8 Otocinclus Macrospilus
16 Hemigrammus bleheri
2 Ancistrus spec.
2 Trichogaster chuna

Und weil uns der helle Sand auf Dauer zu grell vorkam, wurde er gegen dunkelbraunen ausgetauscht und so sah das Ergebnis dann aus:

Dekoration:
schwarzer gerundeter Kies
dunkelbrauner Sand mit einer Körnung von 0,4 - 0,8mm
1 Lavastein
2 Mopaniwurzeln
2 Pagodensteine
Regenbogenschiefer

Dann, nachdem Junior mehrfach den Wunsch geäussert hatte, das AQ aus seinem Zimmer raushaben zu wollen, wurde ihm dieser dann auch erfüllt, die Kiste wanderte eine Etage tiefer, wurde gründlich entmistet und gesäubert und danach komplett auf braunen Sand umgestellt, mit dem Ergebnis, dessen Bild man ganz oben sehen kann.
Bei der Gelegenheit stellte sich heraus, dass der ursprüngliche Besatz dramatisch geschrumpft war, von den Pitbulls und Honigguramis war nicht mal mehr eine Spur zu sehen, die Pandas waren nur noch zu dritt und die Otos zu viert.
Wunderbarerweise haben sich die meisten der sonst so empfindlichen Rotkopfsalmler gehalten und die Corydoras aeneus venezuela sind, ebenso wie die Antennenwelse ebenfalls vollzählig zum Appell angetreten.
Allerdings sind sie nach der Umräumaktion, wie auch die Pandas, umgezogen, damit Platz wurde für eine Gruppe Corydoras sterbai und 2 L66.
Als später dann das Klassenaquarium meines Sohnes wieder aufgelöst wurde, zogen kurzerhand noch 20 Rasboras hier ein, später noch ein Pärchen Ramirezis und damit ist die Kiste gut gefüllt.

Der aktuelle Besatz besteht derzeit aus:
12
  Hemigrammus bleheri
16
  Pareutropius buffei
5
  Otocinclus macrospilus
11
  Corydoras sterbai (+ x)
2
  L66


Update vom 29.08.2008:
Und weil es langweilig ist, wenn immer alles gleich aussieht, bin ich mal wieder dabei, alles umzufrickeln und so nach und nach aus der Kiste ein reines Echinodorus-Becken zu machen...mehr oder weniger jedenfalls.
Ich bin noch etwas unentschlossen, ob ich mich tatsächlich von der kleinen Ambulie und vom Trugkölbchen trennen möchte, aber es drängt mich ja keiner und ich habe alle Zeit der Welt, darüber nachzudenken und auch dieses Kapitel meines Lebens zu einem befriedigenden Ende zu bringen.
Aber es gibt natürlich schon einen kleinen Zwischenstand, nachdem ich aus diversen anderen AQs, die hier rumstehen, geräubert habe und das ein oder andere schöne Tauschgeschäft tätigen konnte, und der sieht der Pflanzplan aus (die Farbansicht ist ganz oben zu sehen):



1
??? Kam als "Bonbon" bei einer Pflanzenlieferung mit.
2 Echinodorus cord. 'Mini'
3 Limnophila aquatica
4
Anubias barteri var. nana
5 Echinodorus spec.
6 Echinodorus Dschungelstar Nr. 14 "Tornado"
7 Mayaca fluviatilis
8 Echinodorus vesuvius
9 Limnophila sessiliflora
10 Echinodorus bolivianus
11 Echinodorus schlueteri
12 Heteranthera zosterifolia
13 Echinodorus bleheri
14 Echinodorus Dschungelstar Nr. 3 "Python"
15 Hygrophila difformis
16 Echinodorus parviflorus
17 Echinodorus tenellus
18 Kaffeeblättriges Speerblatt (Anubias barteri ’Coffeefolia’)


Update vom 11.10.08:
Die Kiste lief ja von Anfang an irgendwie nicht richtig rund.
Pflanzen wuchsen zwar, aber nicht so, wie ich es gern hätte, und im Laufe der Zeit siedelten sich zunehmend unschöne Pinselalgen an.
Wenn sie sich dekorativ auf die Wurzeln beschränkt hätten, hätte es mich ja nicht weiter gestört, aber leider haben sie sich ausgerechnet die diversen Echi-Blätter ausgesucht, was zwar originell aussah, aber irgendwie nicht das war, was ich mir so vorgestellt hatte, denn eigentlich wollte ich ja ein Echi-Becken und kein Algenbecken.
Ausserdem überzog eine zunehmend dicker werdende Schicht Kahmhaut die Wasseroberfläche und ich stand echt vor einem Rätsel, wieso, warum, weshalb das Zeug plötzlich auftauchte.
Wassermessungen haben ergeben, dass der NO4-Wert eine exorbitante Höhe erreicht hatte, während Fe so ziemlich gleich 0 war, beides alles andere als optimale Werte.
Und nu? Düngen oder nicht? Wasserwechseln? Hungerkur?

Erster Schritt war ein grosser Wasserwechsel von ca. 80% um die NO4-Konzentration zu mindern.
Fanden meine Rotköppe übrigens gar nicht witzig und legten sich erstmal 'ne Runde auf den Rücken.
Gott sei Dank aber nur zeitweilig, es gab keine Verluste und inzwischen haben sie sich wieder vollständig erholt.

Dann hatte ich mir überlegt, dass CO2 vielleicht ja doch einmal eine Überlegung wert sein könnte und konnte günstig eine gebrauchte, zu meinem Budget passende, Bio-CO2-Anlage erwerben.
Eigentlich sind mir solche Anlage ja höchst suspekt und vor meinem geisten Auge sah ich explodierende Flaschen und eingesaute Wohnzimmer, aber es ging, nach mehreren Anläufen alles gut.
Die Gärmischung habe ich nach einem Rezept mit Tortenguss, Zucker und Hefe selbst angesetzt.

Öhm...jedenfalls sollte es eine Gärmischung sein, nur gärte da erstmal nichts...tagelang nicht.
Und dann fing ich an, mit Zucker und Hefe rumzuexperimentieren. Ab und zu kam mal ein vereinsamtes Bläschen, immer misstrauisch von mir beäugt, reichte aber nicht wirklich aus.
Insgesamt ist dann wohl ein halbes Tütchen Hefe in der Flasche gelandet und jetzt bin ich mit der Produktion ganz zufrieden.
Meine Pflanzen übrigens auch...die Algenbildung ist deutlich zurückgegangen, die Kahmhaut inzwischen auch und ich habe die Hoffnung, dass die Kiste vielleicht doch irgendwann einmal ein vorzeigbares Echi-Becken wird.

Leider gab es ausser Pflanzen noch einen weiteren Verlust, denn auch das 3. Rami-Weibchen ist ins Nirwana eingegangen.
Ein weiteres werde ich jetzt wohl nicht mehr holen und mir angucken, wie der verbliebene Kerl sich so macht, der vor Kraft nur so strotzt und nichts als Unfug im Sinn hat.
Solange es aber keine Verletzten unter den anderen Bewohnern gibt, die der Bock gelegentlich aus Langeweile mal durch die Gegend scheucht, wird er wohl erstmal bleiben können, allerdings trage ich mich doch schon mit dem Gedanken, ihn in gute Hände zu weiblicher Gesellschaft zu geben.


Update vom 19.10.08:
So langsam läuft die Kiste doch rund.
Was mir allerdings irgendwie nicht gefiel, war der Aufbau der Pflanzen, der in meinen Augen irgendwie ein wenig unharmonisch aussah.
Also wurden mal wieder die Ärmel hochgekrempelt, kurz mit dem Neopren-Anzug geliebäugelt, aber dann beschlossen, das auch so hinzukriegen, ohne ganz in die Pfütze steigen zu müssen.
So allmählich nähere ich mich dem, was ich als "gut" bezeichnen würde, nicht zuletzt auch wegen der kürzlich neu erworbenen Wurzel, die ich kurzerhand ein paar Tage in der Regentonne wässerte und die mir ausnehmend gut gefällt.
Der neue Pflanzplan sieht nun so aus:


1
Echinodorus spec.
2 Echinodorus bleheri
3 Vesicularia dubyana
4 Echinodorus Dschungelstar Nr. 14 "Tornado"
5 Echinodorus cord. 'Mini'
6 Echinodorus bolivianus oder tenellus
7
Echinodorus parviflorus
8 Echinodorus vesuvius
9 Echinodorus schlueteri
10 Hygrophila difformis
11 Echinodorus "tanzende Feuerfeder"
12 Limnophila sessiliflora
13 Echinodorus Dschungelstar Nr. 3 "Python"
14 Echinodorus foxtail


Allerdings garantiere ich bei diesem hier nicht unbedingt für Vollständigkeit.
Dadurch, dass bis auf Javamoos, Wasserstern und Ambulie nur noch diverse Echinodoren drin sind, habe ich ein wenig den Überblick über die unterschiedlichen Arten verloren und möglicherweise auch die ein oder andere vergessen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich auch eine Echinodorus uruguayensis drin befindet, habe aber nicht den leisesten Schimmer, wo nu genau.
Da sie beim Einpflanzen zudem noch recht klein war, ist nicht auszuschliessen, dass ich sie mit einer anderen Pflanze verwechselt habe.

Geplant war ja ursprünglich ein reines Echinodorus-AQ, allerdings halte ich es als Algenprophylaxe doch irgendwie nicht für unwichtig, einige schnellwachsende Pflanzen noch drin zu haben, und daher sind Ambulie und Wasserstern doch geblieben, passen aber trotzdem ganz gut ins Bild, wie ich finde.


Update vom 01.03.09:
Ich habe lange, lange, seeeeehr lange darüber nachgedacht, ob ich es wagen kann, mir einen Traum zu erfüllen oder nicht und dann, als ich mal wieder shoppen war, spontan beschlossen, es zu tun.
Das allerdings hatte Konsequenzen, nämlich für die Leuchtaugenbärblinge (Rasbora dorsiocellata macrophthalma), die eigentlich meine ältesten Fische sind und nun der Erfüllung meines Traumes weichen mussten.
Dieses wiederum gestaltete sich nicht so einfach wie ich mir das vorgestellt hatte, denn dieser Aktion bedurfte einer Kompletträumung des 160er, da es ein Ding der Unmöglichkeit ist, aus einem verkrauteten Becken 34 kleine Fische rauszuholen und meine ansonsten ganz brauchbare Fähigkeit im Fischefangen hoffnungslos versagte.
Letztlich ging's dann doch schneller als ich dachte, nach einer Stunde war die Kiste leergeräumt, die Fische gefangen und alles wieder eingesetzt...einschliesslich der Neuankömmlinge, nämlich 6 wunderschönen, vollgefressenen Pareutropius buffei, auch afrikanische Schwalbenschwanzglaswelse genannt oder auch kurz: Afrikaner!

Naja, 6 Afrikaner sehen dann doch irgendwie sehr...öhm...übersichtlich aus, wenn dann der restliche Besatz lediglich noch aus dem Bodenpersonal und ein paar übrig gebliebenen Rotköppen besteht, die sich partout nicht fangen lassen wollten.
Und jetzt hatte ich zwar die Rasboras raus, aber eine dauerhafte Lösung konnte der Eimer, in dem sie waren, auch nicht sein.
Allerdings erwies sich dieser als dann doch ziemlich praktisch, da ich sie darin prima transportieren konnte - nämlich zum Aquarium am Aegi, wo ich sie dann gegen 10 weitere Afrikaner eintauschen konnte, und DAS wiederum ist ein Anblick, der sich sehen lassen kann.
Und wenn man jetzt einfach mal so tut, als ob die Rotkopfsalmler Welse wären, dann hätte ich jetzt ein reines Welsbecken.

Die zwangsweise Kompletträumung brachte dann mal wieder eine kleine Umgestaltung mit sich, so dass der neue Pflanzplan jetzt wie folgt aussieht:



1   Echinodorus parviflorus 'Tropica'
2   Echinodorus tenellus
3   Echinodorus bolivianus
4
Echinodorus parviflorus
5 Hygrophila difformis
6 Limnophila sessiliflora
7 Echinodorus vesuvius
8   Echinodorus foxtail
9   Echinodorus schlueteri
10   Echinodorus Dschungelstar Nr. 14 "Tornado"
11   Echinodorus Dschungelstar Nr. 3 "Python"
12   Echinodorus "tanzende Feuerfeder"
13
Echinodorus spec.
14   Echinodorus cord. 'Mini'
15 Echinodorus Dschungelstar Nr. 14 "Tornado"
16 Echinodorus Dschungelstar Nr. 3 "Python"



Gedüngt wird mit Bio-CO2 und 1x pro Woche mit Profito
Beleuchtet wird täglich von 6.00h - 11.00h und 15.00h - 22.00h

Futter:
TK-Futter (Schwarze, weisse und rote MüLas, Artemia)
Lebendfutter (weisse MüLas, Artemia, Daphnien)
Novo GranoMix (JBL)
NovoTab (JBL)
PlecoMin Grünfutter (Tetra)


Wasserwerte:
PH: 7
KH: 1
GH: 4
NO2: 0
(gemessen mit JBL Tröpfchentests)

Temperatur: 26°C

Wasserwechsel: wöchentlich, etwa 25%